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Land Baden-Württemberg
vertreten durch das
Landesamt für Denkmalpflege (LAD)
im Regierungspräsidium Stuttgart


Vertretungsberechtigt

Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart


Anschrift und Kontaktdaten

Landesamt für Denkmalpflege
im Regierungspräsidium Stuttgart
Berliner Straße 12
73728 Esslingen (Neckar)





KELTENBLOCK 2.0

Die Webseite wird laufend aktualisiert ...

Weitere Infos auch unter:
www.denkmalpflege-bw.de

 


Allgemeine
Informationen 

Die Heuneburg gilt als älteste Stadt nördlich der Alpen und ist eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten Mitteleuropas. Seit 2019 untersucht das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart in der Donauebene unterhalb der Heuneburg im Gewann Bettelbühl einen frühkeltischen Großgrabhügel.

 

Da eine fachgerechte Freilegung der Bestattung vor Ort nicht durchgeführt werden kann, wurde die gesamte Grabkammer heute im Block geborgen. Der Block hat ein Gewicht von etwa 80 Tonnen, ist ca. 8x6 m groß.
Er wurde mit Hilfe von zwei Schwerlastkränen gehoben und anschließend zur weiteren Untersuchung in die Labore des LAD transportiert. Das Grab wird in den nächsten Jahren von Archäologen, Restauratoren und Naturwissenschaftlern des LAD mit modernsten wissenschaftlichen Methoden untersucht und verspricht vielfältige neue Erkenntnisse zur Geschichte und Kultur der frühen Kelten des 7. bis 5. Jahrhunderts v. Chr. Die Arbeiten werden im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes durchgeführt, das sich der archäologischen Erforschung des Umfelds der Heuneburg widmet.

 

Hintergrundinformationen

Eine Sondagegrabung im Hügelbereich hatte ergeben, dass die Hölzer der Grabkammer und auch Grabbeigaben aus organischen Materialien teilweise noch erhalten sind, was im archäologischen Kontext nur äußerst selten vorkommt. Gleichzeitig haben die denkmalfachlichen Untersuchungen ergeben, dass diese wissenschaftlich außergewöhnlich wertvollen Objekte durch die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre bereits Schaden genommen haben und auch vor dem Hintergrund der fortschreitenden klimatischen Veränderungen akut gefährdet sind.

 

Erste Funde, darunter Grabbeigaben aus Gold und Bernstein, nähren außerdem die Hoffnung, dass eine vollständige Untersuchung des Grabes wesentliche neue Erkenntnisse zu zentralen, bisher ungeklärten Forschungsfragen liefern könnte. Denn bereits 2005 und 2010 wurden nur 100 m entfernt von der jetzigen Ausgrabungsstelle die Gräber einer vornehmen keltischen Dame und eines ca. dreijährigen Mädchens freigelegt, die mit außergewöhnlich reichen Beigaben bestattet worden waren, darunter einzigartige Objekte aus Gold, Bernstein und Bronze.
Die dendrochronologische Datierung der Eichen- und Tannenhölzer der Grabkammer ergab zweifelsfrei, dass die vornehme Dame, die in Forschung und Öffentlichkeit inzwischen als „Fürstin vom Bettelbühl“ Bekanntheit erlangt hat, im Winterhalbjahr 583/582 v. Chr. bestattet worden war.

 

 






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